“Sex sells” ist ein bekannter und durchaus wahrer Spruch und wird durch viele Jobangebote in Zeitungen und im Internet immer wieder bestätigt. Berichte und Docu-Soaps sowohl in den privaten als auch öffentlich-rechtlichen TV-Sendern tragen dazu bei, dass die Thematik an sich und die beruflichen Möglichkeiten in dieser anrüchigen Branche in der heutigen Zeit wesentlich lockerer gesehen werden. Auch ein Beate-Uhse-Shop benötigt möglichst qualifiziertes Verkaufspersonal, Aktfotos können durchaus einen künstlerischen Hintergrund haben und mit einem seriösen Escort-Service lässt sich gutes Geld verdienen. Natürlich gibt es, wie in jedem Berufsfeld, schwarze Schafe und Abzocker, die die finanzielle Not der Menschen ausnutzen, um sich zu bereichern. Doch wer sich eingehend informiert, wird auch im Erotikbusiness einen auf seine Neigungen zugeschnittenen Job bekommen, ob in Festanstellung, als 400 Euro-Jobber oder auf selbstständiger Basis. Die Zeiten der häuslichen Tupper-Parties sind vorbei, ab jetzt werden im Bekanntenkreis Dildos und Kondome verschiedenster Formen und Geschmäcker feil geboten. Die Hemmungen in Bezug auf diesen Teil der Privatsphäre sind stark gesunken. Und da der Anteil der Singlehaushalte in unserer Gesellschaft immer mehr zunimmt, der gestresste Manager immer öfter zum Potenzmittel (natürlich aus der anonymen Online-Apotheke) greift und auch die Frau mal eine Stripshow mit gut gebauten leicht bekleideten Männern sehen will, ist ein Ende des Booms nicht abzusehen. Sex sells.